Dr. Theresa Frommen, Hydrogeologin

Nach einem sozio-hydrogeologischen Forschungsprojekt in Indien arbeitet Theresa jetzt im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Dr. Theresa Frommen
Dr. Theresa Frommen

  1. Was hast Du studiert?

    Ich habe Geologische Wissenschaften an der Freien Universität Berlin studiert. Schon zum Ende des Bachelors hin, wählte ich die Vertiefung Hydrogeologie. In diesem Bereich absolvierte ich dann auch meinen Master und die Promotion.

  1. Was hat Dich an Geowissenschaften gereizt?

    Das Thema Wasser. Ich wollte unbedingt mehr über die für uns alle so wichtige Ressource Wasser lernen, damit ich später eine sinnvolle Arbeit machen kann.

  1. Was war an Deinem Studium am interessantesten?

    Auf alle Fälle die Exkursionen. Zu Beginn hauptsächlich geologische Exkursionen, z.B. in den Harz oder die Alpen, später dann viele hydrogeologische Exkursionen, in denen wir z.B. Einblicke in Wasserversorgungsstrukturen oder auch die Wasserthematik beim Bau des Brenner-Basistunnel bekommen haben. Und die vielen Möglichkeiten, im Ausland zu studieren oder dort die Abschlussarbeiten zu absolvieren, z.B. war ich sowohl für meine Masterarbeit als auch für meine Promotion in Indien.

  1. Was war für Dich die größte Herausforderung?

    Um Projekte nachhaltig zu gestalten, erfordert es, insbesondere im Ausland, Fähigkeiten, die über reines Fachwissen hinausgehen. Zum Beispiel sind dort auch interkulturelle und zwischenmenschliche Fähigkeiten oder die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, wie beispielsweise aus dem Bereich der Sozialwissenschaften, gefragt. Das sind Fähigkeiten, die mit der Erfahrung wachsen, die gebraucht werden, die ein rein naturwissenschaftliches Studium aber meist nicht vermittelt.

  1. Wie sah Dein Berufseinstieg aus?

    Gegen Ende meiner Promotion bewarb ich mich auf einen interdisziplinären Postdoc, der vom geowissenschaftlichen Kompetenznetzwerk in Berlin und Potsdam Geo.X innerhalb einer sogenannten Young Academy ausgeschrieben war. Mein selbstgewählter Fokus war dabei das Thema Sozio-Hydrogeologie. Mit dem Integrativen Forschungsinstitut zum Wandel von Mensch-Umwelt-Systemen (IRI THESys) an der Humboldt-Universität zu Berlin habe ich einen sehr inspirierenden und lebendigen Forschungsort für dieses interdisziplinäre Thema gefunden.

  1. Welche Aufgaben hast Du als Hydrogeologin?

    Jetzt arbeite ich als Hydrogeologin am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden und bin dort im Landesgrundwasserdienst für den Bereich mengenmäßiger Zustand des Grundwassers in Hessen zuständig. Das heißt, ich mache landesweite Auswertungen der Grundwasserstände, betreue das Grundwassermessnetz mit, beschäftige mich mit Grundwasserneubildungsmodellierungen und bin zuständig für die Auswertung im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL).

  1. Was begeistert Dich an Deiner Arbeit?

    Neben dem inhaltlichen insbesondere die Praxisnähe, Aktualität und gesellschaftliche und politische Relevanz, z.B. das Thema, wie sich der Klimawandel auf die Grundwasserstände in Deutschland auswirkt und wie einerseits Entscheidungsträger*innen in der Wasserwirtschaft und andererseits in der Politik damit umgehen.

  1. Wie sehen Karrieremöglichkeiten in Bereich Hydrogeologie aus?

    Als Hydrogeologin kannst du in sehr vielen Kontexten arbeiten, z.B. in Ingenieurbüros, in der Wissenschaft, in der Verwaltung, in der Umweltbildung. Auch inhaltlich ist es breit gefächert, z.B. von Geothermie, über Wasserversorgung, Landwirtschaft, internationale Zusammenarbeit, Umweltschutz bis hin zu grundwasserökologischen Themen. Die Nachfrage in all diesen Bereichen ist seit Jahren sehr hoch.

  1. Noch ein Tipp, für jemanden, der Geowissenschaften studieren will?

    Nimm dir Zeit! Mache Praktika, gehe ins Ausland, schau dir verschiedene Bereiche an. Die Geowissenschaften sind sehr vielfältig und super spannend. Du kannst zu hochaktuellen Themen arbeiten, z.B. nachhaltige Ressourcengewinnung, Klimawandel, Umweltschutz.