Lars Winterfeld, Firmengründer

Lars Winterfeld hat nach dem Physikstudium mit Freunden eine Softwarefirma gegründet.

Lars Winterfeld
Lars Winterfeld

  1. Was hast Du studiert?

    Erst Technische Physik, im Master dann vor allem computergestützte Festkörperphysik, und in der Promotion habe ich Materialien für Solarzellen simuliert. Nebenbei habe ich Vorlesungen über die Physik sozioökonomischer Systeme besucht und einen Informatik-Bachelor gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.

  2. Was hat Dich an Physik gereizt?

    Spaß an mathematischen Knobelaufgaben und ein tiefsitzendes Interesse daran "was die Welt im Innersten zusammenhält". Ich habe mich für die Physik entschieden ohne einen großen Lebensplan zu haben. Ich habe es aber nie bereut - im Gegenteil, ich würde es mir selbst wieder empfehlen.

  3. Was war am Studium am interessantesten?

    Gleichungen aufstellen und unbekannte Probleme modellieren zu können – das ist rückblickend wohl das Interessante, was das Physikstudium vermittelt hat.

  4. Was war für Dich die größte Herausforderung?

    Die unterschiedlichen Herangehensweisen und Denkweisen der Fachgebiete von reiner Mathematik über Experimentalphysik bis hin zu Ingenieuren! Ich musste erst lernen, die Fragen von der einen in die andere Welt zu übersetzen.

  5. Wie sah Dein Berufseinstieg aus?

    Über ein Gründerstipendium habe ich mit Freunden ein Softwareunternehmen gegründet. Dieses befasst sich mit Betrugserkennung und beschäftigt eine gute zweistellige Anzahl Personen.

  6. Was tust Du als Firmengründer?

    Anfangs stand ich vor völlig unbekannten Problemen und musste erst lernen, worauf es für den Erfolg einer Firma ankommt. Ein für Physiker nicht unübliches Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist hilfreich, den Überblick für das Wesentliche zu behalten und die unterschiedlichen Denkweisen all der Menschen übereinzubringen, die für den Erfolg der Firma notwendig sind.

  7. Was begeistert Dich an Deiner Arbeit?

    An meiner kleinen Firma begeistert mich der Gestaltungsspielraum und die Geschwindigkeit, mit der man Dinge voranbringen kann. Es ist schön, Dinge zu schaffen, die für andere nützlich sind. Ich entwickle auch noch selbst aktiv Software - womit ich gewissermaßen mein Hobby zum Beruf gemacht habe.

  8. Wie sehen Karrieremöglichkeiten in Bereich der Softwareentwicklung aus?

    Generative KI ersetzt zunehmend das einfache Programmieren, also das bloße Übersetzen klarer Anforderungen in Programmcode. Was es dafür mehr denn je braucht, sind Problemlöser! Menschen, die vor Komplexität nicht kapitulieren und auf mehreren Modellebenen vom Großen bis zum Kleinen vernetzt denken können. Im Physikstudium durchläuft man dafür genau das richtige Training.

  9. Noch ein Tipp, für jemanden, der Physik studieren will?

    Einfach machen!