Katharina Krippner, Patentanwältin

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Was hast Du studiert?
Ich habe an der LMU München Biologie im Bachelor und Master studiert und mich im Masterstudium auf Humanbiologie und Anthropologie fokussiert, wobei ich meine Masterarbeit im Fachbereich Anthropologie anfertigte.
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Was hat Dich an Biologie gereizt?
Mich faszinierte vor allem das Verständnis der Vorgänge im menschlichen Körper auf molekularer Ebene. Besonders die Vorstellung, später im DNA-Labor der Rechtsmedizin zu arbeiten, hat mich zu Beginn motiviert, Biologie überhaupt zu studieren.
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Was war an Deinem Studium am interessantesten?
Am spannendsten waren für mich die Module in Genetik, Humanbiologie sowie Anthropologie. Besonders bereichernd fand ich, dass man durch die vielen Pflichtpraktika das theoretische Wissen direkt praktisch anwenden konnte.
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Was war für Dich die größte Herausforderung in deinem Studium?
Die größte Herausforderung waren für mich die chemischen und physikalischen Kurse wie an- und organische sowie physikalische Chemie. Mit diesen Kursen wurden wir damals direkt zu Beginn des Studiums konfrontiert, während die Kurse zu den biologischen Inhalten, die mir deutlich leichter fielen, erst ab dem 3. Bachelorsemester hinzu kamen.
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Wie sah Dein Berufseinstieg aus?
Mein Einstieg in den Beruf erfolgte über die Ausbildung zur Patentanwältin bei Schiweck Weinzierl Koch (SKW) Patentanwälte Partnerschaft mbB, nachdem ich während meines Bachelor- und Masterstudiums eine Vorlesung zu Patentrecht bei meinen jetzigen Chefs besuchte und im Anschluss bei SWK ein Praktikum absolviert hatte. Ein Jahr nach meinem Studienabschluss ergab sich die Gelegenheit, bei SWK eine Kandidatenstelle zur Ausbildung zur Patentanwältin zu übernehmen. Nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung dort wurde ich als Patentanwältin übernommen und bin seither bei SWK tätig.
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Welche Aufgaben hast Du als Patentanwältin?
Ich begleite Verfahren zur Patenterteilung sowie Einspruchs- und Beschwerdeverfahren - einschließlich der Vorbereitung und Durchführung von mündlichen Verhandlungen, die in diesen Streitverfahren eine zentrale Rolle spielen. Außerdem erstelle ich Freedom-to-Operate-Analysen, die Unternehmen dabei unterstützen, vor der Markteinführung eines Produkts potenzielle Patentverletzungen zu identifizieren und rechtliche Risiken zu minimieren. Darüber hinaus berate ich unsere Mandanten im Arbeitnehmererfindungsrecht (ArbEG) und in Aspekten der Patentverletzung.
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Was begeistert Dich an Deiner Arbeit?
Die Vielseitigkeit des Berufs begeistert mich am meisten - jeder Tag ist anders und man erhält ständig Einblicke in neue Innovationen. Zudem schätze ich die enge Zusammenarbeit mit Erfinderinnen und Erfindern sowie die Flexibilität des Arbeitens.
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Wie sehen Karrieremöglichkeiten im Bereich des Patentrechts aus?
Innerhalb einer Kanzlei eröffnet die Struktur vielfältige Karriereperspektiven: Man beginnt typischerweise als Associate und kann – abhängig von Leistung, Mandantenbindung und unternehmerischem Engagement – bis zur Partnerschaft aufsteigen. Alternativ oder ergänzend bietet sich ein Wechsel in die Industrie an, etwa in die Patentabteilungen von Technologieunternehmen. Dort liegt der Fokus stärker auf der direkten Betreuung von Erfinderinnen und Erfindern, der strategischen IP-Planung und der unternehmensinternen Umsetzung von Schutzrechtsstrategien. Besonders spannend: Ein Wechsel zurück in die Kanzlei ist jederzeit möglich und wird oft als wertvoller Erfahrungsschatz geschätzt – gerade weil man dann die Bedürfnisse industrieller Mandanten aus eigener Praxis kennt.
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Noch ein Tipp für jemanden, der Biologie studieren will?
Man sollte sich frühzeitig mit den vielfältigen Berufsfeldern außerhalb des Labors beschäftigen, die ein Biologiestudium eröffnet. Denn Biologie führt nicht nur in die Forschung, sondern kann auch in rechtliche oder wirtschaftliche Bereiche wie Patentrecht führen.





